Europa Reiseberichte

Venedig

Geschrieben von Patrick Berger   
Donnerstag, 23. Oktober 2008
 

Venedig…die Stadt, die niemals untergeht. Eine etwas gewagte Behauptung, doch genauso erschien meiner Freundin Iris und mir dieser Teil Italiens, der Ende Jänner zu seiner Höchstform erblüht. Vorerst muss man sagen, dass wir in einem wunderschönen Hotel untergebracht waren, dem Gabrielli Sandwirth Hotel, einem venezianischen Palazzo am San Marco Becken. Dieses Hotel, welches im Stil der Renaissance erbaut wurde, befindet sich im ruhigsten Teil der ansonsten belebten Uferpromenade am Markusplatz. Obwohl wir nicht wirklich oft in unserem Zimmer waren, konnten wir die einzigartige Aussicht von der Dachterrasse auf das Markus Basin genießen. Von 25. Jänner bis 5 Februar startet dort nämlich der „Carnevale di Venezia“, der die Lagunenstadt in ein unvergessliches Erlebnis verwandelt. Prachtvolle Kostüme mit dazupassenden Masken lassen Venedig zu einem verwunschenen Märchengarten werden. Die Lust zur Verwandlung und die Freude an der Maskerade waren hier bereits im 17. Jahrhundert unumstritten. Doch alles Schöne ist bekanntlich vergänglich; Napoleon ließ den Karneval abschaffen. Erst 1979 nahm man das traditionelle Treiben wieder auf, doch nun mit doppelter Begeisterung. Obgleich es zu dieser Jahreszeit ziemlich kalt ist, ließen wir uns von den frostigen Temperaturen nicht abschrecken, schließlich wärmt die italienische Lebensfreude jedem das Herz.

Unser Venedigurlaub führt uns anschließend zur bedeutenden San Marco Kirche, die sehr vom Mittelalter beeinflusst scheint. Bis zum Ende der Republik Venedigs galt San Marco als die Staatskirche. Die Kirche ist allerdings auch optisch sehr anspruchsvoll; sie besitzt den größten Mosaikbesatz des Abendlandes. Sein heutiges Aussehen erhielt San Marco im 14. Jahrhundert, der Zeit der Gotik. In der Mitte der Galerie findet man Bronzene Pferde, die man 1204 in Konstantinopel erbeuten konnte. Eine weitere Besonderheit ist die Pala d`Oro, die sich in der Apsis der Kirche befindet. Hierbei handelt es sich um ein Emailwerk, welches in vier verschiedenen Phasen entstanden ist. Von 976 bis 1345 wurden neue Emailteile hinzugefügt.

In historischer Hochstimmung beschließen Iris und ich, uns noch den Dogenpalast anzusehen.Der Dogenpalast hat eine lange und bedeutende Geschichte hinter sich. Die heutige Gestalt stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert; es handelt sich um eine dreiflügelige Anlage mit trapezoidem Grundriss. Unseres Erachtens nach auch eine Sehenswürdigkeit in Venedig, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die ponte dei sospiri, die Seufzerbrücke, verbindet den Dogenplatz mit den zugehörigen Gefängnissen. Beeinflusst von der Saga des Casanova, der ja angeblich in den berühmten Bleikammern schmoren musste, „erklommen“ wir diese Brücke ehrfurchtsvoll.

Der Canal Grande durchzieht ganz Venedig und es wird sofort ersichtlich, dass sich entlang des Kanals eine prachtvolle Entwicklung der venezianischen Palastarchitektur vollzieht. Geprägt von der Renaissance, ist der 3,8 km lange Kanal die wichtigste Verkehrsader Venedigs. Um uns ein besseres Bild machen zu können, empfahl man uns, eine Fahrt mit dem Vaporetto zu machen, was einer typischen Gondelfahrt gleicht. Allerdings mussten wir im Nachhinein feststellen, dass so eine romantische Fahrt mit der Gondel eine ziemlich kostspielige Angelegenheit ist….

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