Europa Reiseberichte

Sizilien

Geschrieben von Patrick Berger   
Samstag, 18. Oktober 2008
 

Unser Urlaub begann mit einer Nachtfahrt.Aufgrund von akutem Geldmangel und eigentlich gar nicht so ausgeprägter Aversion gegen das Autofahren war ein Flug für Andi und mich erst gar nicht ich Frage gekommen, und da wir sowieso vorhatten, unsere Reise nach den Regeln eines Roadtrips zu gestalten, führte unsere erste Etappe von Wien nach San Benedetto, einer kleinem italienischen Ortschaft an der Adriaküste, wo wir um 7 Uhr 32 morgens auf einem Campingplatz unsere Zelte aufschlugen und versuchten, ein wenig zu schlafen. Nachdem es jedoch keiner von uns beiden schaffte, wegen der ständigen Aufregung länger als ein paar Stunden die Augen zuzumachen, erfrischten wir unsere ausgelaugten Sinne mit einem erfrischenden Bad im Meer und fuhren dann weiter in Richtung Süden über Foggia und Salerno, wo wir unser zweites Nachtlager aufschlugen.Am nächsten Tag ging’s nach wohl verdientem Schlaf weiter bis nach Calabria, wo wir die nächste Fähre rüber nach Sizilien nahmen.

In Messina angekommen, fuhren wir noch etwa 30 Kilometer Richtung Süden, ehe wir am Fuße des Ätna nach einem Campingplatz suchten und schließlich abermals unsere Zelte aufschlugen. Nach einer kleinen Inspektion der Ortschaft Riposto – man könnte es als typisch italienisch bezeichnen, recht schäbig, viel Müll auf den Straßen, alle zwei Meter begegnet man einem Fiat Panda, aber durchaus freundliche Menschen – zogen wir uns auf den Strand zurück und genossen für den Rest des Tages die sizilianische Sonne.

Am Folgetag stand die Besteigung des Ätna auf unserer Liste. Nachdem wir mit dem Auto auf 1880 Meter zur Talstation gefahren waren, brachte uns eine Seilbahn auf 2500 Höhenmeter, wo uns unsere bisher schwierigste Prüfung bevorstand – die Erklimmung der Spitze.

Wegen des weichen, aus Schutt und Asche bestehenden Untergrunds sanken unsere Füße bei jedem Schritt tief in den Boden, sodass der Aufstieg sehr bald zu einer Tortur wurde. Landschaftlich umgab uns eine Art Mondlandschaft, brauner, klumpiger Sand zog sich über die grau-braunen Hänge entlang, unterbrochen von Unmengen an gelben Rauch-Schwefelsäulen, die uns nicht nur ob ihres magischen Anblicks gehörig den Atem nahmen.

Endlich oben angekommen, erfüllte uns das kaum zu beschreibende Gefühl von Triumph und Siegenfreude angesichts des steinigen Weges, den wir gemeistert hatten, um schlussendlich einen atemberaubenden Blick über die sizilianische Landschaft zu genießen.

Von diesem Abenteuer reichlich geschafft, mussten wir uns erst einmal erholen, weshalb wir am nächsten Tag das so genannte Etnaland besuchten, ein moderner Wasserpark, der anhand von kunstvoll gestalteten Wasserrutschen und Pools jede Menge Spaß versprach. Hinterher besichtigen wir noch die zweitgrößte Stadt Siziliens, Catania, die vor allem durch ihre historischen Bauweise und dem südländischen Flair bestach.

Nach Catania ging’ weiter nach Palermo, wo wir besonders vom Hinterland der Insel begeistert waren, deren hügelige Topografie auf gewisse Weise an ein von der Sonne verbranntes Schottland erinnerte. Palermo selbst lässt sich im Großen und Ganzen mit zwei Wörtern beschreiben; heiß und „mafiosig“. Extrem „mafiosig“.

Zur Abrundung unseres Roadtrips besichtigen wir noch den Vulkan Stromboli, an dessen Fuß wir eine Nacht lang campten und unter Genuss einer kleinen, aber umso dickeren Pizza die nächtlichen Lavaströme des Vulkans bewunderten.

Unsere Heimreise gestaltete sich ähnlich wie die Anreise, wobei wir diesmal einen kleinen Abstecher zum Garda-See unternahmen, um dort ein wenig auszuspannen, was uns ob der Massen an Touristen jedoch nicht so recht gelingen wollte.

Eine ereignisreiche Reise neigte sich dem Ende zu – und hatte viel zu kurz gedauert.

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