Ich hatte bisher zweimal das Vergnügen die tschechische Hauptstadt für jeweils ca. eine Woche besuchen zu können, einmal im Herbst bei wunderschönem, sommerlichen Wetter und das zweite Mal um Silvester herum. Beim ersten Aufenthalt haben wir ein Apartment etwas außerhalb des Stadtzentrums bewohnt, im Winter war ich bei einem Freund im Studentenwohnheim (Strahov) einquartiert.
Natürlich habe ich das übliche Touristenprogramm absolviert: die Prager Burg mit dem Veitsdom, die Karlsbrücke, die Altstadt, den Wenzelsplatz und viele andere wunderbare Sehenswürdigkeiten, deren vollständige Aufzählung den Rahmen dieses Berichts sprengen würde. Auch die Möglichkeit das Mucha-Museum und eine Jan Saudek (tschechischer Fotograf) Ausstellung zu besuchen, ließ ich mir nicht entgehen.
Fortbewegt haben wir uns zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, in denen überall vor Taschendieben gewarnt wird, aber begegnet ist mir glücklicherweise keiner.
Da ich das Vergnügen hatte, von einem fast echten Tschechen begleitet zu werden, durfte ich auch Seiten der Stadt kennenlernen, die ich alleine vermutlich nicht entdeckt hätte. Unter anderem viele gemütliche Restaurants und Lokale, in denen wir uns nach einem anstrengend Tag mit original tschechischer Küche und natürlich Bier gestärkt haben. Beim Thema Bier sind die Prager eigen: Nicht nur, dass das Bestellen eines kleinen Biers als exotisch betrachtet wird und einem vielerorts ungefragt Nachschub gebracht wird, auch die angebotenen „Knabbereien“ unterscheiden sich sehr von den bei uns üblichen. Typische Beispiele sind eingelegter Käse und Utopence (eingelegte Wurst, übersetzt in etwa „Ertrunkene“).
Über das Prager Nachtleben könnte man vermutlich ganze Bücher füllen. Ich war beeindruckt von der Vielfalt der Musikrichtungen und Stile.
Zum Schluss möchte ich noch etwas erwähnen, worüber ich mich persönlich gewundert habe: Die geringe Zahl der oft gut versteckten und getarnten Cafés. „Getarnt“, weil ich wohl ohne meinen tschechischen Begleiter nie auf die Idee gekommen wäre, in einem Laden mit Absinth und Tabakwaren im Schaufenster ein Café zu vermuten. Noch dazu eines mit großer Auswahl an Kaffee- und Teesorten und ausgezeichnetem Medovnik (eine Art Honigtorte).
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