Europa Reiseberichte

Kaplica das türkische Bad

Geschrieben von Julia Laufer   
Dienstag, 9. Dezember 2008
 

Das türkische Bad, eher unter der arabischen Bezeichnung "Hammam" bekannt, hat seine Wurzeln in der antiken Badekultur und ist seither fester Bestandteil der islamischen Kultur. Neben der großen "Waschung" vor dem Gebet und der Waschung nach dem Geschlechtsverkehr, die im Islam vorgeschrieben sind und häufig im "Hammam" durchgeführt werden, dient das türkische Bad für viele als Ort der Erholung und gemeinsamer Treffpunkt. Es fördert die Genesung bei Krankheiten, lindert rheumatische Beschwerden und entspannt die Muskulatur. Da Frauen und Männer strikt getrennt werden, haben diese die Möglichkeit ungestört und in aller Ruhe mit ihren GeschlechtsgenossInnen zu plaudern und sich auszutauschen.

Der Besuch des "Hammams" dauert über mehrere Stunden und folgt einem klaren Ritus. Nach dem Entkleiden erhält man Tücher und Badeschuhe vom Bademeister, um sich zu bedecken. Zunächst wäscht man sich sorgfältig mit Kernseife, in einer Art Duschnische. Nach dem Abspülen steigt man mit den anderen Besuchern in das mit heißem Wasser gefüllte Becken.

Nach einer kurzen Verweildauer begibt man sich zum türkischen Masseur, der in der Regel Orthopäde oder Chiropraktiker ist, und lässt sich für etwa eine Stunde lang gekonnt durchkneten. Dabei werden selbst starke Verspannungen gelöst. Die Massage ist sehr intensiv fast schmerzhaft, aber danach fühlt man sich wie neu geboren. Dreimal wird der Körper mit einer stark schäumenden Seife bearbeitet. Danach steigt man noch einmal ganz kurz ins heiße Becken und ruht sich dann, eingehüllt in die weichen, warmen Tücher, auf einer Liege aus. Man schläft oder nippt an einem heißen, etwas gesüßtem Tee. Viele der "Hammam" Bäder der Türkei stammen noch aus der osmanischen Periode und werden liebevoll erhalten und restauriert. Die besseren Bäder sind in der Regel mit einem großen, runden Wasserbecken und einer darüber schwebenden Steinkuppel ausgestattet.

Schlüsselworte Türkei, Hammam




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