Viele Menschen sehnen sich nach einem ruhigen Urlaub, fern von lauten Festen und vollen Stränden. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einer davon ist, dass der Urlaub eigentlich auch der Entspannung dienen sollte. Denn wer 14 Tage durchfeiert, der kommt meist kaputter von einer Reise zurück, als er es vor dem Urlaubsbeginn war.
Eine Möglichkeit, um überfüllten Hotels und einem Übermaß an Touristen zu entgehen, besteht darin, außerhalb der Saison zu verreisen. Wenn im Winter alle mit Ski und Gepäck in die Berge starten, gibt es genug Orte, wohin man fahren kann, die im Winter Ruhe und Entspannung zu bieten haben. Und genau aus dem Grund, habe ich selbst schon einige meiner Urlaube in der kalten Jahreszeit am größten See von Italien verbracht: auf dem Gardasee.
Im Sommer besteht dort ein großes Treiben. Aus aller Herren Länder reisen Menschen an diesen wunderbaren Ort, der als einer der schönsten Plätze weltweit gilt. Es besteht eine derartige Vielfalt an Übernachtungsmöglichkeiten und wunderbaren Restaurants, dass die Auswahl immer wieder schwer fällt. Doch in den kalten Monaten ist der Gardasee wie ausgestorben. Die meisten Hotels und Geschäfte haben geschlossen. Man sieht kaum einen Touristen und kann die vielen kleinen Dörfer auf eine ursprüngliche Art und Weise erleben.
Der See liegt eingebettet in den Bergen. Das Wasser färbt sich, je nach Wetter, grün, blau bis fast hin ins Schwarze. Die Sonnenuntergänge sind mehr als traumhaft. Man kann am Ufer entlang spazieren, kilometerweit, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Im Winter erobert die Natur den See zurück. Viele Vögel fliegen vom Norden an den großen, schönen See, um dort die kalte Jahreszeit zu verbringen. So kann man die verschiedensten Taucherenten und sogar Kormorane beobachten, ganz abgesehen von den Möwen. Hier kommen Vogelliebhaber ganz und gar auf ihre Kosten.
Die Übernachtungen sind im Winter billiger, so wie man sagen kann, dass auch die Preise in den Geschäften und in den Restaurants sinken. Man kann auch ganz und gar ohne Reservierung losfahren und sich dann in Ruhe vor Ort umsehen. Doch es ist schon ratsam, wenn man sich vor der Abreise, z.B. im Internet, informiert, welche Hotels oder Pensionen geöffnet haben.
Es zahlt sich sehr aus, einige der zauberhaften Dörfer zu erkunden. Da wäre z.B. Malcesine zu nennen, wo schon der alte Goethe durch die Gassen geschlendert ist. Auch an den Hängen des Monte Baldo findet man einzigartige kleine Ortschaften, und es ist im Winter sehr gut möglich, unvergessene Spaziergänge zu machen. Viele alte Mauleselwege, die schon von den Römern erbaut wurden, führen durch immergrüne Olivenhaine und an sagenhaften Häusern und verlassenen Dörfern vorbei.
Der Gardasee bietet Erholungssuchenden wirklich ein Paradies. Und da es selbst im Winter niemals wirklich kalt ist, besteht die Möglichkeit, sich viel im Freien aufzuhalten, die Natur zu genießen, und das fernab vom großen Tourismus!
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